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Bosch treibt Entwicklung von 6G voran

27.02.2023

Pressemeldung

Vernetzte Mobilität

Bosch treibt Entwicklung von 6G voran

Stuttgart – Weltweit nehmen Forschung und Entwicklung für den zukünftigen Mobilfunkstandard 6G Fahrt auf. Unternehmen und Staaten investieren massiv in diese Technologie. Bosch geht voran und engagiert sich umfassend auf nationaler wie internationaler Ebene in Projekten, Kooperationen und Initiativen, um wichtige Grundlagen für die 6G-Technologie zu erarbeiten. „6G wird weit mehr sein als eine reine Infrastruktur für Vernetzung, es wird autonom fahrenden Autos, intelligenten Städten und vernetzten Industrien einen enormen Effizienzschub geben. Deswegen ist 6G für Bosch ein strategisch wichtiges Technologiefeld“, sagt Dr. Andreas Müller, der bei Bosch 6G-Aktivitäten bündelt und leitet. Im Unternehmen befassen sich derzeit rund 40 Mitarbeitende mit der 6G-Technologie. „In den kommenden zwei Jahren werden es voraussichtlich doppelt so viele sein“, so Müller. Gegenwärtig investiert Bosch einen mittleren siebenstelligen Betrag in die Forschung und Entwicklung von 6G. 6G wird weit mehr sein als eine reine Infrastruktur für Vernetzung, es wird autonom fahrenden Autos, intelligenten Städten und vernetzten Industrien einen enormen Effizienzschub geben. Deswegen ist 6G für Bosch ein strategisch wichtiges Technologiefeld...sagt Dr. Andreas Müller, der bei Bosch 6G-Aktivitäten bündelt und leitet. Bosch und Nokia weiten ihre Forschungskooperation auf 6G aus Im Rahmen des Mobile World Congress 2023 in Barcelona haben Bosch und Nokia nun bekannt gegeben, ihre 2017 geschlossene Kooperation zur Entwicklung von industriellen IoT-Lösungen im Bereich 5G jetzt auch auf die neue 6G-Technologie auszuweiten. Die beiden Unternehmen forschen gemeinsam an der nächsten Netzgeneration und untersuchen, wie sich die künftigen 6G-Netze sowohl für die Kommunikation als auch für die Sensorik nutzen lassen. Umfassendes Bosch-Engagement auf nationaler und internationaler Ebene Bosch bringt seine Expertise und Erfahrung in derzeit fünf öffentlich geförderte Projekte ein. Hierbei zielen die Projekte „ 6G-ICAS4Mobility “, „ KOMSENS-6G “ und „ 6G-BRAINS “ primär auf die Integration von Kommunikation und sensorbasierter Umfeld-Erkennung. Bei erstgenanntem Projekt hat Bosch die Konsortialführerschaft übernommen . Neben der Betrachtung von relevanten Szenarien für den Straßenverkehr sollen Erkenntnisse aus der Projektarbeit insbesondere auch als technische Grundlage für Anwendungen im Bereich vernetzter Drohnen sowie im Bereich Industrie 4.0 (zum Beispiel für fahrerlose Transportsysteme) dienen. Bei den Projekten „ 6G-ANNA “ und „6G-SHINE“ stehen neue Vernetzungsstrukturen im Fokus. Diese sollen zukünftige E/E-Architekturen in Fahrzeugen oder Roboterzellen in der Industrie effizienter gestalten. Zudem beteiligt sich Bosch aktiv und in leitender Funktion auch an frühen Diskussionen und Aktivitäten zu künftigen Mobilfunkstandards innerhalb verschiedener Industrieallianzen. Bei der „ 5G Automotive Association (5GAA) “ etwa arbeiten führende Unternehmen aus der Automobil- und Telekommunikationsbranche zusammen, um Lösungen für die Mobilität der Zukunft zu entwickeln. Bei der „ 5G Alliance for Connected Industries and Automation (5GACIA) “ legen Industrieunternehmen ihren Fokus auf die Vernetzung von Maschinen und Anlagen. Netze mit sechstem Sinn durch Integration von Sensorik Die nächste Mobilfunkgeneration wird unter anderem neue Funktionalitäten ähnlich zu Radar-Sensoren integrieren. Mit 6G wird es möglich sein, die Position von Objekten im Abdeckungsbereich des Netzes zu erfassen – und zwar ohne, dass diese Objekte mit einem Funkmodul ausgestattet sein müssen. 6G wird extrem hohe Datenraten von bis zu einem Terabit pro Sekunde ermöglichen, bei gleichzeitig sehr geringen Latenzzeiten in der Größenordnung von rund 100 Mikrosekunden – das ist vier Mal schneller als ein Blitzeinschlag. Dadurch wird es beispielsweise mithilfe digitaler Zwillinge möglich sein, Fertigungsabläufe aus der Realität in einer virtuellen Welt ohne zeitliche und räumliche Einschränkung zu überwachen und zu simulieren. Experten gehen davon aus, dass der erste 6G-Standard voraussichtlich im Jahr 2028 fertiggestellt sein wird. In den vergangenen Monaten haben Deutschland und Europa zahlreiche 6G-Projekte ins Leben gerufen. Ziel hierbei: ihre technologische Souveränität zu stärken. Die deutsche Bundesregierung fördert über das Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) 6G-Aktivitäten in den nächsten drei Jahren mit rund 700 Millionen Euro. Zudem sind im EU-Haushalt bis 2027 weitere knapp 900 Millionen Euro eingeplant. Auch Japan und die USA haben entsprechende Investitionsprogramme in Höhe von insgesamt rund 4,5 Milliarden US-Dollar aufgelegt.

Autoindustrie setzt Fertigung neu auf - Forschungsprojekt erarbeitet Softwarebasis

23.11.2021

Pressemeldung

Industrie 4.0

Autoindustrie setzt Fertigung neu auf - Forschungsprojekt erarbeitet Softwarebasis

Stuttgart – Schneller, flexibler, effizienter: Das steht auf der Wunschliste der Automobilindustrie bei der Entwicklung eigener Produktionssysteme ganz oben. Um dies zu erreichen, benötigt die Fertigung von heute eine neue technologische Grundlage. Genau das haben sich die Teilnehmer des Forschungsprojektes „Software-Defined Manufacturing für die Fahrzeug- und Zulieferindustrie (SDM4FZI)“ vorgenommen. Unter Leitung von Bosch, der Universität Stuttgart und des Karlsruher Instituts für Technologie (KIT) wollen insgesamt 30 Unternehmen in den kommenden drei Jahren die Grundlagen für eine softwaredefinierte Fertigung erarbeiten. Das Ziel: einzelne Komponenten bis hin zu ganzen Fabriken lassen sich flexibel durch Software planen, steuern und verändern. Das ebnet der Automobilindustrie den Weg zu mehr Varianten und schnelleren Modell- und Produktwechseln. Die Wettbewerbsfähigkeit wird verbessert. Das Bundeswirtschaftsministerium fördert das Forschungsprojekt mit rund 35 Millionen Euro.Starre Systeme bremsen Fahrzeugfertigung Heute dauert es oft Monate, mitunter Jahre, bis die Fertigungskette für ein neues Modell vom Lieferanten bis zur Endmontage technisch steht. Auch der wirtschaftliche Aufwand ist erheblich. Beides bremst schnelle Markteinführungen aus. Der Hintergrund: Viele Maschinen werden speziell für ein neues Produkt entwickelt und gebaut. Die Software ist meist starr an Anlagen und Produkte gekoppelt und nicht auf andere Prozesse übertragbar. Das Forschungsprojekt will nun einen einheitlichen Rahmen für Fabriken schaffen, der die Fertigung neuer Produkte in bestehenden Betriebsumgebungen ohne größere Umrüstzeiten ermöglicht. „Wir verknüpfen unterschiedliche Ansätze von Industrie 4.0 und kommen so der wandlungsfähigen Produktion einen Schritt näher“, erklärt Projektleiter Matthias Meier von Bosch. „Durch ein Ökosystem für die softwaredefinierte Produktion bringen wir die Vorteile der Cloud-Technologie in die Fertigung: Automatisierungstechnik und IT-Systeme werden dank Software individuell und anwendungsbezogen nutzbar, ohne dafür Hardware von Grund auf neu zu bauen.“ Einheitlicher Rahmen ermöglicht flexible Fertigung Die Projektpartner entwickeln Prototypen für Maschinen und Produktionslinien, die sich weitgehend durch Software definieren. Digitale Zwillinge bilden die Grundlage: Sie ermöglichen, Produktionssysteme zu planen, zu errichten und zu erproben. Das schont nicht nur Ressourcen und spart Energie und Kosten. Während der Produktion sind die einzelnen Fertigungsstufen auch wandlungsfähiger und schneller an neue Marktbedingungen anpassbar. Dank der digitalen Zwillinge lassen sich Optimierungen parallel zur laufenden Fertigung vorbereiten, umsetzen und KI-basiert analysieren. Im Rahmen des Projekts konzentriert sich der Forschungsverbund auf die Flexibilisierung von Automatisierungstechnik, Maschinen und Systemen für eine effizientere Fertigung von Zulieferkomponenten und Fahrzeugen. Chancen für die Fahrzeugbranche Mit der Bündelung von Kompetenzen aus Automatisierung, Maschinenbau, IT und Automobilindustrie will das Konsortium ein gemeinsames Verständnis für Anforderungen schaffen und interoperable Lösungen entwickeln. „Die große Zahl der Projektpartner belegt, wie bedeutsam Software für die Fertigung von morgen ist“, erläutert Michael Neubauer, wissenschaftlicher Koordinator vom ISW der Universität Stuttgart. „Wir arbeiten an richtungsweisenden Ansätzen, die die Wettbewerbsfähigkeit deutscher Unternehmen verbessern.“ So konzipieren die Projektpartner beispielsweise einen Leitfaden für die Auswahl und Nutzung geeigneter Technologien und Standards zum Bau softwaredefinierter Fabriken. Weiterführende Informationen zum Projekt Die Projektpartner in der Übersicht

Bosch legt Grundstein für Chipfabrik der Zukunft

25.06.2018

Pressemeldung

Wirtschaft

Bosch legt Grundstein für Chipfabrik der Zukunft

Stuttgart/Dresden – Mit der Grundsteinlegung in Dresden erreicht der Bau der modernsten Halbleiterfabrik der Bosch-Gruppe einen wichtigen Meilenstein: Bereits Ende 2019 soll der Komplex fertig sein, um mit dem Einzug der Fertigungsmaschinen zu beginnen. „Wir legen heute den Grundstein für die Halbleiterfabrik der Zukunft und damit auch für mehr Lebensqualität der Menschen und deren Sicherheit im Straßenverkehr”, sagte Dr. Dirk Hoheisel, Mitglied der Geschäftsführung der Robert Bosch GmbH, anlässlich des Festaktes. „Halbleiter sind die Schlüsseltechnologie für das Internet der Dinge und die Mobilität der Zukunft. In Steuergeräten von Autos eingesetzt, ermöglichen sie zum Beispiel automatisiertes, ressourcenschonendes Fahren sowie bestmöglichen Insassenschutz.“ Bundeswirtschaftsminister Peter Altmaier betonte in seiner Ansprache die zentrale Bedeutung der Investition von Bosch: „Die heutige Grundsteinlegung ist ein wichtiger Beitrag für die Sicherung der künftigen Wettbewerbsfähigkeit des Standorts Deutschland. Wir haben in Deutschland und Europa eine sehr gute Forschungslandschaft, aber wir dürfen hier nicht stehen bleiben, sondern wir brauchen auch die Entwicklungskompetenz, das Know-how, aber vor allem auch die industrielle Herstellung und Anwendung von Mikroelektronik in Deutschland und Europa. Daher ist die heutige Grundsteinlegung ein wichtiger Schritt.“ Das Technologie- und Dienstleistungsunternehmen wird rund eine Milliarde Euro in seinen neuen Standort in der sächsischen Landeshauptstadt investieren. Die ersten Mitarbeiter sollen im Frühjahr 2020 ihre Arbeit im neuen Werk aufnehmen. Wir legen heute den Grundstein für die Halbleiterfabrik der Zukunft und damit auch für mehr Lebensqualität der Menschen und deren Sicherheit im Straßenverkehr....Dr. Dirk Hoheisel In Dresden errichtet die Bosch-Gruppe nach Reutlingen ihr zweites Halbleiterwerk in Deutschland. Das Unternehmen will damit seine Fertigungskapazitäten erweitern, um seine weltweite Wettbewerbsposition zu stärken. Halbleiter finden immer mehr Einsatz in den wachsenden Anwendungen im Internet der Dinge und für Mobilitätslösungen. Laut der Marktforschung Gartner ist der weltweite Halbleiterumsatz allein im Jahr 2017 um rund 22 Prozent gestiegen. „Wir liegen mit dem Bau voll im Zeitplan“, sagte der zukünftige Werkleiter Otto Graf. „In der Bauphase werden rund 7 500 Lkw-Ladungen Erde bewegt, etwa 80 Kilometer Rohrleitungen verlegt und mehr als 65 000 Kubikmeter Beton verarbeitet – das entspricht der Ladung von 8 000 Betonmischern.“ Die Pilotproduktion soll nach einer Anlaufphase voraussichtlich Ende 2021 beginnen. Dazu entsteht auf dem rund 100 000 Quadratmeter großen Grundstück – etwa so groß wie 14 Fußballfelder – ein mehrstöckiges Gebäude aus Büro- und Produktionsbereichen mit einer Gesamtnutzfläche von fast 72 000 Quadratmetern. Bis zu 700 Beschäftigte werden für die hochautomatisierte Chipfertigung tätig sein, um die Produktion zu planen, zu steuern und zu überwachen. Dazu gehört auch die Weiterentwicklung der Produktionsprozesse sowie die Auswertung der Herstellungsdaten im weltweiten Fertigungsverbund. Wirtschaftsstandort Sachsen: Motor für die Mikroelektronik Europas „Die Entscheidung von Bosch markiert einen wichtigen Meilenstein. Der Bau der neuen Halbleiterfabrik hier bei uns schafft viele weitere attraktive Arbeitsplätze, stärkt den Technologie- und Wirtschaftsstandort Sachsen und ist auch gut für Deutschland und ganz Europa. Denn das Vorhaben trägt entscheidend mit dazu bei, dass die gesamte europäische Industrie auch künftig bei Zukunftstechnologien ganz weit vorne mitspielt“, erklärte der Ministerpräsident des Freistaats Sachsen Michael Kretschmer. „Die Investition in dieses Großprojekt spricht für das Vertrauen in den Freistaat Sachsen, es spricht für die Menschen, für das aufgebaute Netzwerk von Forschung und Wirtschaft und die hier vorhandene Innovationskraft.“ Bosch hat sich nach einem weltweiten Städtevergleich für den neuen Standort entschieden. „Die Landeshauptstadt besitzt ein ausgezeichnetes Mikroelektronik-Cluster“, betonte Hoheisel. Dresden zeichne sich durch eine gute Infrastruktur mit kurzen Wegen und guten Anbindungen aus. Es umfasst Unternehmen der Zulieferer-, Dienstleister- und Anwenderindustrie sowie Universitäten mit entsprechender technologischer Expertise. Hoheisel bekräftigte: „In enger Kooperation mit Halbleiterunternehmen und Hochschulen wollen wir die Wettbewerbsfähigkeit der Halbleitertechnologie nicht nur in Deutschland, sondern europaweit stärken.“ Die heutige Grundsteinlegung ist ein wichtiger Beitrag für die Sicherung der künftigen Wettbewerbsfähigkeit des Standorts Deutschland....Bundeswirtschaftsminister Peter Altmaier Halbleitertechnik: Schlüsseltechnologie für das Internet der Dinge Basis für die Fertigung von Halbleiter-Chips aller Art ist eine Siliziumscheibe, der so genannte Wafer. Je größer sein Durchmesser, desto mehr Chips können pro Fertigungsdurchgang hergestellt werden. Unter anderem deshalb steigt Bosch mit seinem neuen Werk erstmals in die 300-Millimeter-Fertigungstechnologie ein. Mit der 300-Millimeter-Technologie lassen sich im Vergleich zur etablierten Fertigung mit kleineren 150- und 200-Millimeter-Wafern höhere Skaleneffekte erzielen. Halbleiter sind kleinste integrierte Schaltkreise mit Strukturen in Bruchteilen eines Mikrometers. Ihre mehrwöchige Herstellung ist komplex und besteht aus mehreren hundert Einzelschritten. Die Fertigung findet unter Reinraumbedingungen hochautomatisiert statt, weil bereits kleinste Partikel in der Umgebungsluft die winzigen Schaltungen stören würden. Vernetzte Fertigung: Täglich 22 Tonnen Daten für mehr Qualität Die Halbleiterfertigung zählt zu den Vorreitern einer vernetzten Produktion. In der Fabrik entstehen künftig Produktionsdaten im Umfang von umgerechnet 500 Textseiten pro Sekunde – an einem Tag entsprächen das mehr als 42 Millionen beschriebene Blatt Papier mit einem Gewicht von 22 Tonnen. Deshalb spielt bei der Herstellung der Chips im künftigen Werk künstliche Intelligenz eine besondere Rolle: Die hochautomatisierten Fertigungsanlagen analysieren ihre Prozessdaten selbst, um ihre Abläufe zu optimieren. Damit erhöht sich die Qualität der Chips bei sinkenden Fertigungskosten. Ebenso können die Planungs- und Prozessingenieure jederzeit auf diese Fertigungsdaten zugreifen, um die Entwicklung neuer Halbleiterprodukte zu beschleunigen oder Toleranzen in der Herstellung frühzeitig zu minimieren. „Für diese vernetzte und automatisierte Produktion suchen wir kreative Köpfe – vor allem Experten in der Halbleitertechnik, wie Prozessingenieure, Mathematiker oder auch Softwareentwickler“, sagte Graf. Viele neue Mitarbeiter seien für Dresden bereits eingestellt und das hohe Bewerberinteresse hielte weiter an. Führender Halbleiterhersteller mit 45 Jahren Kompetenz Bosch fertigt Halbleiter-Chips seit mehr als 45 Jahren in verschiedenen Ausführungen, vor allem als anwendungsspezifische Schaltungen (ASIC). In seiner Chipfabrik in Reutlingen produziert Bosch heute ASICs, Leistungshalbleiter und mikroelektromechanische Systeme (MEMS). ASICs von Bosch sind bereits seit 1970 in Fahrzeugen im Einsatz. Sie sind auf eine jeweilige Anwendung zugeschnitten und zum Beispiel wesentlich für die Motorsteuerung oder Auslösung eines Airbags. 2016 hatte jedes weltweit neu ausgelieferte Auto im Schnitt mehr als neun Chips von Bosch an Bord.

Bosch punktet mit schlauer Technik in Japan

07.06.2018

Pressemeldung

Wirtschaft

Bosch punktet mit schlauer Technik in Japan

Tokio – Die Bosch-Gruppe punktet in Japan mit innovativen und intelligenten Lösungen für den lokalen Markt sowie auch weltweit beim Geschäft mit japanischen Automobilkunden. „Bosch hat in Japan einen großen Sprung gemacht. Wir arbeiten mit japanischen Autohersteller daran, die Automatisierung, Elektrifizierung und Vernetzung der Mobilität voranzutreiben. Zudem setzen wir immer stärker auf das Geschäft mit IoT-Lösungen wie zum Beispiel im Bereich der intelligenten Landwirtschaft“, so Klaus Meder, Vorsitzender von Bosch in Japan. Im vergangenen Jahr erzielte das Technologie- und Dienstleistungsunternehmen in Japan einen Umsatz von 2,3 Milliarden Euro – rund zehn Prozent mehr als im Vorjahr. Auch in das laufende Jahr ist Bosch Japan gut gestartet. Diese Entwicklung ist vor allem dem stetig wachsenden Geschäft mit Mobilitätslösungen zu verdanken, das einen Großteil des Umsatzes von Bosch in Japan ausmacht. 2017 konnte das Unternehmen in diesem Bereich doppelt so schnell wachsen wie der lokale Markt. Zudem entwickelte sich die Sparte Industrial Technology gut. Bosch ist bereits seit 1911 in Japan vertreten und beschäftigt aktuell rund 6 600 Mitarbeiter im Land.Geschäft mit Japans Automobilherstellern wächst zweistellig Auch der weltweite Verkauf an japanische Autohersteller stieg im Vergleich zum Vorjahr mit rund elf Prozent kräftig an – und wuchs damit das sechste Jahr in Folge zweistellig. Bosch rechnet damit, dass dieser Trend mittelfristig anhält. Bosch beliefert japanische Hersteller nicht nur in Japan selbst, sondern ist weltweit in Kundennähe aufgestellt. In der Region ASEAN beispielsweise beträgt der Marktanteil japanischer Autobauer rund 90 Prozent. Die Bosch-Gruppe investiert dort kontinuierlich: Ende 2017 eröffnete in Thailand das zweite Werk für Mobilitätslösungen – eine Gesamtinvestition von 80 Millionen Euro. In der neuen Smart Factory rollen unter anderem Einspritzventile, Verbindungstechnik und Klopfsensoren vom Band. Der Standort in Hemaraj verfügt zudem über ein Zentrum für Forschung und Entwicklung (F&E). Dort arbeiten rund 60 Mitarbeiter an der Weiterentwicklung von Benzineinspritzsystemen. Auch in Vietnam baut Bosch seine Fertigung weiter aus: In Dong Nai, rund 40 km östlich der Stadt Ho Chi Minh City, stellt das Unternehmen seit 2008 Schubgliederbänder für stufenlose Automatikgetriebe her. Nun investiert Bosch rund 60 Millionen Euro, um das Werk zur Smart Factory umzurüsten und die Kapazität zu erhöhen. Die Gesamtinvestition in den vietnamesischen Produktionsstandort wird sich damit von 2011 bis Ende 2018 auf mehr als 320 Millionen Euro belaufen. Ausbau des IoT-Geschäfts: Lösungen für Smart Farming Neben dem Geschäft mit Mobilitätslösungen setzt Bosch auch in Japan auf vernetzte Lösungen und greift dabei auf die hohe Innovationskraft des Landes zurück. Im vergangenen Jahr ist beispielsweise das Produkt „Plantec“ erfolgreich auf den Markt gekommen: eine smartes System, das den Anbau von Tomaten in japanischen Treibhäusern verbessern kann. Die Lösung ist auf den lokalen Markt zugeschnitten, da der Anbau in Treibhäusern in Japan besonders relevant ist. „Plantec“ misst mittels Sensoren die Luftfeuchtigkeit, die Temperatur, den Kohlendioxidgehalt sowie die Sonneneinstrahlung. Diese Umgebungsparameter sind ausschlaggebend für die Entwicklung der Pflanzen und werden durch ein Gateway an einen Cloud-Server übertragen. Dort übernimmt ein System die Datenauswertung und bezieht dabei andere wichtige landwirtschaftliche Parameter sowie die Wettervorhersage mit ein. Die Ergebnisse werden in einer App angezeigt. Die Lösung kann Infektionsrisiken analysieren und mit künstlicher Intelligenz den Einsatz von Pestiziden im Voraus planen. Landwirte können so den Verlust der Ernte signifikant verringern. Die Projektarbeit wird gemeinsam mit dem Bosch Artificial Intelligence Center (BCAI) durchgeführt. Ende 2018 wird das Unternehmen den Service für Erdbeeren und Gurken erweitern. Bosch hat zum Ziel, bis 2020 rund zehn Prozent der Treibhausbetriebe Japans zu beliefern.

Bosch beginnt mit Bau seiner neuen Halbleiterfabrik

24.04.2018

Pressemeldung

Vernetzte Mobilität

Bosch beginnt mit Bau seiner neuen Halbleiterfabrik

Reutlingen / Dresden – Bosch beginnt mit dem Bau seines Halbleiterwerks in Dresden: Auf einem rund 100 000 m 2 großen Grundstück in der Nähe des Flughafens entsteht eine der modernsten Chipfabriken der Welt. Jens Fabrowsky, Mitglied des Bereichsvorstands des Geschäftsbereichs Automotive Electronics bei Bosch, vollzog den symbolischen Spatenstich zusammen mit Dirk Hilbert, Oberbürgermeister der Stadt Dresden, im Beisein vieler Vertreter aus Wirtschaft und Politik. „Halbleiter sind eine Schlüsseltechnologie für die vernetzte Welt“, erklärt Fabrowsky zum Baustart. „Kein Auto könnte heute ohne Halbleiter mehr fahren.“ Am neuen Standort sollen für die wachsenden Anwendungen in der Mobilität und im Internet der Dinge Halbleiter auf Basis von 300 Millimeter Technologien produziert werden. Der Bau des Hightech-Werks soll bis Ende 2019 abgeschlossen sein, die Anlaufphase beginnt voraussichtlich Ende 2021.Vernetzung: hoher Bedarf an Halbleitern Halbleiter sind die Kernkomponenten aller elektronischen Systeme. Ihre Anwendungsfelder werden durch die zunehmende Vernetzung und Automatisierung immer größer. Laut der Wirtschaftsprüfungsgesellschaft PricewaterhouseCoopers legt der globale Halbleitermarkt allein bis 2019 jährlich um mehr als fünf Prozent zu. Besonders stark wachsen die Marktsegmente Mobilität und Internet der Dinge (IoT). Mit der Erweiterung der Fertigungskapazitäten für Halbleiter stellt sich Bosch für die Zukunft auf und stärkt seine Wettbewerbsfähigkeit. Mit über einer Milliarde Euro ist der Bau der Halbleiterfabrik die größte Einzelinvestition in der mehr als 130-jährigen Geschichte des Unternehmens. Die in Dresden künftig hergestellten Chips sind unter anderem für den Einsatz im IoT und für das automatisierte Fahren zugeschnitten. Dresden: Optimale Voraussetzungen für Bosch „Der Standort Dresden bietet uns sehr gute Voraussetzungen“, erklärt Fabrowsky. „Die sächsische Landeshauptstadt ist bekannt für ihr in Europa einmaliges Mikroelektronik-Cluster.“ Dies umfasst Unternehmen der Zulieferer-, Dienstleister- und Anwenderindustrie sowie Universitäten mit entsprechender technologischer Expertise. Auch soll in Dresden mit der „Digital Hub Initiative“ des Bundesministeriums für Wirtschaft und Energie ein Ökosystem für das Internet der Dinge entwickelt werden. Dazu will auch Bosch beitragen. Fabrowsky weiter: „Wir wollen eng mit den lokal ansässigen Halbleiterfirmen und Universitäten kooperieren, um einerseits unser Unternehmen nach vorne zu bringen. Andererseits wollen wir den Standort Deutschland und Europa im internationalen Wettbewerb stärken.“ Moderne Arbeitsplätze: bis zu 700 Mitarbeiter Die neue Fabrik wird hochautomatisiert produzieren und damit zeigen, wie heute in höchster Qualität über die komplette Vernetzung der Produktionsdaten optimal geplant, effizient gefertigt und zuverlässig geliefert werden kann. „Das neue Werk wird aber nicht nur technisch, sondern auch bei der Arbeitsplatzgestaltung Maßstäbe setzen,“ sagt Otto Graf, zukünftiger Leiter des neuen Bosch-Werks in Dresden. „Unsere künftigen Mitarbeiter erwartet ein außergewöhnlich motivierendes und inspirierendes Arbeitsumfeld mit viel Raum, Licht und modernster Ausstattung.“ Eine zentrale Rolle spielt bei Bosch auch die flexible und familienbewusste Arbeitskultur. Das Unternehmen unterstützt zum Beispiel mehr als 100 Arbeitszeitmodelle und erkennt privates wie berufliches Engagement gleichermaßen an. Sensoren und Halbleiter heute Halbleiter sind – trotz ihrer langen Geschichte – vor allem Zukunft. Sie sind technischer Baustein der zukünftigen Mobilität und dem IoT und kommen auch in den mikroelektromechanischen Sensoren von Bosch zum Einsatz, mit denen für das Vernetzungsgeschäft Daten in Geräten und Maschinen erfasst werden. Mit Software werden diese Daten ausgewertet und die Sensoren und Geräte an das Internet angebunden. Aus den Informationen entwickelt Bosch schließlich Services, die das Leben der Menschen einfacher und komfortabler machen. Wie kaum ein zweites Unternehmen beherrscht Bosch somit die gesamte Wertschöpfungskette der Vernetzung – sowohl auf der Hardware- als auch auf der Softwareebene.

Fertigungshub Mexiko: Bosch plant smartes Werk für Elektronikkomponenten

17.04.2018

Pressemeldung

Wirtschaft

Fertigungshub Mexiko: Bosch plant smartes Werk für Elektronikkomponenten

Mexiko-Stadt / Stuttgart – Das Technologie- und Dienstleistungsunternehmen Bosch investiert mehr als 100 Millionen Euro (120 Millionen US-Dollar) in ein neues Werk in Celaya im Bundesstaat Guanajuato. Bis 2020 soll in der zentralmexikanischen Stadt eine neue Smart Factory für Elektronikkomponenten entstehen. Die Investition unterstreicht den Stellenwert des diesjährigen Partnerlandes der HANNOVER MESSE: „Bosch setzt auf Mexiko. Das Land ist und bleibt ein wichtiger Markt sowie ein Knotenpunkt für unseren globalen Fertigungs- und Entwicklungsverbund“, sagte Dr. Stefan Hartung , Mitglied der Geschäftsführung der Bosch-Gruppe, im Vorfeld der internationalen Industriemesse. Ziel ist es, am neuen Standort in Celaya in den kommenden Jahren mehr als 1 200 zusätzliche Arbeitsplätze zu schaffen. Insgesamt ist die Bosch-Gruppe heute mit rund 16 000 Mitarbeitern und allen vier Unternehmensbereichen in Mexiko vertreten und erzielte 2016 am mexikanischen Markt einen Jahresumsatz von 1,1 Milliarden Euro (1,2 Milliarden Dollar). Bosch setzt auf Mexiko. Das Land ist und bleibt ein wichtiger Markt sowie ein Knotenpunkt für unseren globalen Fertigungs- und Entwicklungsverbund....Dr. Stefan Hartung, Mitglied der Geschäftsführung der Bosch-Gruppe Industrie 4.0 als Wettbewerbsvorteil in Mexiko Das lateinamerikanische Schwellenland hat sich in den vergangenen Jahren zu einer Industrienation entwickelt, angetrieben vor allem von der Mobilitätsbranche. Allein in 2017 wurden in Mexiko knapp 3,8 Millionen Fahrzeuge gefertigt. Um als weltweit führender Fertigungsstandort Effizienz und Wettbewerbsfähigkeit zu steigern, setzt Mexiko verstärkt auf den Einsatz von Industrie 4.0. Die Bosch-Gruppe trägt dazu bei: „Wir planen die neue Fertigung in Celaya als Smart Factory mit hochmodernen und intelligenten Fertigungslinien“, sagte Hartung. Zum Einsatz kommen wird beispielsweise ein Manufacturing Execution System (MES), das automatisch Daten sammelt und in Echtzeit über die Produktion informiert. Dadurch ist es möglich, Maschinen vorausschauend zu warten und die Qualität der Produkte zu verbessern. „Bis Mitte 2019 soll die komplette Fertigung in nahezu allen Bosch-Werken in Mexiko mit unserem intelligenten Steuerungssystem ausgestattet sein“, so René Schlegel, Vorsitzender der Bosch-Gruppe in Mexiko. Insgesamt betreibt Bosch aktuell zwölf Fertigungsstandorte im Land und setzt bereits heute smarte Technologien ein – zum Beispiel in den Mobility Solutions-Standorten Toluca und Juárez. Als führender Anbieter von Industrie 4.0-Lösungen sieht Bosch in Mexiko zudem lokale Geschäftsmöglichkeiten. Nachfrage für vernetzte Mobilität steigt Auf einer Fläche von rund 21 000 Quadratmetern werden in Celaya Steuergeräte für den mexikanischen und amerikanischen Markt vom Band rollen – Schlüsselkomponenten für vernetzte Mobilität. Celaya wird neben Juárez das zweite Werk des Bosch-Geschäftsbereichs Automotive Electronics in Mexiko sein. „Wir reagieren mit dem neuen Standort auf die steigende Nachfrage nach Elektronikkomponenten im amerikanischen Markt“, sagte Schlegel. Mit einem Grundstück von insgesamt 170 000 Quadratmetern hat der Standort Kapazität für weiteren Ausbau in der Zukunft. Auf dem Nachbargrundstück soll zudem ein Logistikzentrum für Mexiko entstehen, das dem neuen Werk auch als Lager dienen wird. Bosch stärkt Präsenz in Nordamerika Bosch setzt mit der neuen Investition einen langjährigen Ausbau in Nordamerika fort. In den vergangenen fünf Jahren flossen insgesamt rund 2,6 Milliarden Euro in die Stärkung der lokalen Präsenz. In Mexiko ist Bosch bereits seit 1955 präsent und eröffnete beispielsweise 2016 eine neue Fertigung für Fahrsicherheitssysteme in Aguascalientes. Ende 2017 nahm ein Werk für Lenksysteme in Querétaro den Betrieb auf. Auch als Entwicklungsstandort gewinnt das Land an Bedeutung: Bereits seit 2014 betreibt Bosch in Guadalajara ein Zentrum für Softwareentwicklung und Ingenieursdienstleistungen für den amerikanischen Markt. Dort gibt es inzwischen auch die Bosch Connectory, eine Werkstatt für Start-ups in den Bereichen IoT und Mobilität. Ein Großteil der Investitionen floss auch in die USA: Die Mobility Solutions Werke in Charleston und Anderson befinden sich im Ausbau. Anfang dieses Monats eröffnete Bosch in Sunnyvale sein seit knapp 20 Jahren bestehendes Research and Technology Center im Silicon Valley nach einem Umzug neu. Bosch auf der HANNOVER MESSE: Die Fabrik der Zukunft – heute! Wie sieht die Fertigung der Zukunft aus? Wie arbeiten Mensch, Roboter und Maschine zusammen? Welche Rolle spielen 5G, Daten, Software und Services? Wo kommt künstliche Intelligenz (KI) zum Einsatz? Auf der Hannover Messe 2018 (Halle 17, Stand A40) erweckt Bosch auf mehr als 1 300 qm die Fabrik der Zukunft zum Leben – schon heute. Unter dem Motto “Now, next, beyond: Factory of the future” zeigt das Technologieunternehmen, was es heute (now) zu leisten vermag und welche Lösungen es für morgen (next) und übermorgen (beyond) entwickelt. Hauptattraktion sind 1,50 m große und bewegliche Robo-Figuren, die in Pixar-Manier den Bosch-Assistenten der vernetzten Fabrik ein Gesicht geben. Weiteres Highlight: Ein Kickertisch, der von Spiel zu Spiel und mit jedem neuen Gegner sein fußballerisches Können verbessert – dank KI.

Erfolgreiches Geschäftsjahr 2017

30.01.2018

Pressemeldung

Wirtschaft

Erfolgreiches Geschäftsjahr 2017

Referat Dr. Volkmar Denner, Vorsitzender der Geschäftsführung der Robert Bosch GmbH und Prof. Dr. Stefan Asenkerschbaumer, stellvertretender Vorsitzender der Geschäftsführung der Robert Bosch GmbH anlässlich des Pressegesprächs am 29.01.2018 Es gilt das gesprochene Wort.Sehr geehrte Damen und Herren, herzlich willkommen zum Kamingespräch 2018. Schön, dass Sie heute Abend unsere Gäste sind. Wir freuen uns, dass wir erstmals auch internationale Medienvertreter in diesem Kreis begrüßen können. Bevor wir Ihnen zum Jahresbeginn traditionell die vorläufigen Zahlen des vergangenen Geschäftsjahres vorstellen, einige Worte zum Ort der heutigen Veranstaltung. Wir sind zu Gast in den neuen Räumen der Start-up-Plattform von Bosch. Rund 200 Mitarbeiter finden hier demnächst ihren Arbeitsplatz. Davon arbeiten knapp 150 in Innovationsteams und 50 in Start-ups, die die Plattform derzeit betreut – eines davon haben Sie vorhin kennengelernt. Hier im Werkzentrum Weststadt finden unsere Jungunternehmer ein professionelles Zuhause, hier entstehen Geschäftsmodelle für die vernetzte Welt, hier gibt es kreativen Freiraum, um Ideen wachsen zu lassen und auch selbst als Unternehmer zu wachsen. Vom Mitarbeiter zum CEO – hier sind kurze Karrierewege möglich und erwünscht. Welche Rolle spielen neue Formen von Führung und Zusammenarbeit bei Bosch künftig? Nicht nur hier, sondern im gesamten Unternehmen? Darauf werde ich später noch zu sprechen kommen. Denn das allgegenwärtige Thema der „Vernetzung“ ist nicht nur eine Frage der Technik, sondern vielmehr auch eine Frage der Unternehmenskultur. Zunächst wollen wir heute Abend auf das Geschäftsjahr 2017 zurückblicken und Ihnen einen ersten Ausblick auf das Jahr 2018 geben. Wo steht Bosch im digitalen Wandel? Wie gelingt es uns, die Vernetzung zum geschäftlichen Erfolg zu machen? Der Abend wird zeigen: Vernetzung und Digitalisierung sind für Bosch kein Hype, kein fernes Zukunftsthema. Die Transformation des Unternehmens ist im Geschäftsalltag angekommen und dort fest verankert. Bosch will führend im Internet der Dinge (IoT) werden. Bei Mobilitätslösungen galt dies ohnehin schon immer. Darauf richten wir uns aus – mit Weitblick, aber vor allem mit Konsequenz. Den Wandel nutzen wir als Chance, Spitzenleistung nicht nur zu versprechen, sondern zu liefern – technologisch und geschäftlich. Die digitale Transformation bedeutet einen großen Umbruch. Aber eben auch einen vielversprechenden Aufbruch. Die Vernetzung liefert technische Lösungsansätze für viele elementare Herausforderungen: Bevölkerungswachstum, Urbanisierung, Demografie und Klimawandel. Dieser Planet wird Milliarden Menschen nur dann eine lebenswerte Heimat bieten können, wenn wir auf die drängendsten Fragen der Gegenwart smarte Antworten finden. Das heißt: Lösungen, die intelligent, vernetzt und digital sind – und genau daran arbeiten wir. Bevor wir im Detail zu den vorläufigen Geschäftszahlen 2017 kommen, möchte ich ganz schwäbisch vorwegschicken: Wir sind zufrieden. 2017 wurde die Wachstumsprognose übertroffen, das Ergebnis weiter verbessert. Bosch bleibt auf Wachstumskurs. Herr Asenkerschbaumer stellt Ihnen die Einzelheiten vor. Geschäftsjahr 2017: Erwartungen übertroffen, Ziele erreicht Vielen Dank, Herr Denner. Guten Abend, meine Damen und Herren. Ich will mit den Highlights der vorläufigen Zahlen für 2017 starten: 78 Milliarden Euro – der Umsatz 2017 6,7 Prozent – das Umsatzwachstum 5,3 Milliarden Euro – das operative EBIT 2017 6,8 Prozent – die operative EBIT-Rendite 2017 Wirtschaftlich lässt sich das Jahr 2017 wie folgt zusammenfassen: Erwartungen übertroffen, Ziele erreicht. Der Umsatz der Bosch-Gruppe stieg nach vorläufigen Zahlen von 73,1 Milliarden Euro auf rund 78 Milliarden Euro. Das ist ein neuer Höchstwert in der Unternehmensgeschichte. Das Umsatzplus beträgt 6,7 Prozent. Wechselkursbereinigt liegt das Wachstum sogar bei 8,3 Prozent. Wie schon 2016 belasteten auch im vergangenen Jahr negative Wechselkurseffekte in Höhe von rund 1,2 Milliarden Euro den Umsatzausweis. Die Geschäftsentwicklung der einzelnen Unternehmensbereiche Ich stelle Ihnen nun die unterschiedlichen Entwicklungen in den Unternehmensbereichen vor – dazu Erfreuliches vorweg: 2017 sind alle Unter-nehmensbereiche deutlich gewachsen. Im Unternehmensbereich Mobility Solutions nahm der Umsatz 2017 um 7,8 Prozent auf 47,4 Milliarden Euro zu, wechselkursbereinigt um 9,2 Prozent. Der Bereich wuchs damit dreimal so schnell wie die weltweite Automobilproduktion. Getrieben wurde die sehr positive Geschäftsentwicklung unter anderem von der hohen Nachfrage nach Dieseleinspritzsystemen insbesondere für Nutzfahrzeuge, Benzineinspritzsystemen sowie nach Fahrerassistenz- und Infotainment-Systemen. Letztmals enthalten ist der Umsatz des ehemaligen Bereichs Starter Motors and Generators, der heutigen SEG Automotive. Dessen Verkauf an ein chinesisches Erwerberkonsortium haben wir Ende 2017 abgeschlossen. Im Unternehmensbereich Consumer Goods sorgten die Geschäftsbereiche BSH Hausgeräte und Power Tools für einen Umsatz von 18,5 Milliarden Euro. Dies entspricht einem Anstieg von 4,5 Prozent, wechselkursbereinigt von 6,7 Prozent. Vernetzte Produktinnovationen beider Bereiche für Haus und Garten erfreuen sich zunehmender Beliebtheit. Besonders erfreulich war die Entwicklung im Unternehmensbereich Industrial Technology . Zwei Jahre lang war der Umsatz hier rückläufig. Jetzt legte der Bereich ein kräftiges Wachstum von 7,7 Prozent vor, wechselkursbereinigt von 8,5 Prozent. Der Umsatz erhöhte sich auf 6,7 Milliarden Euro. Zu verdanken ist dies dem Geschäftsbereich Drive and Control Technology. Der Bereich hat nach der Neuorganisation zu alter Stärke zurückgefunden und zeigt, wie erfolgreich Restrukturierung Wachstum fördert. Der Unternehmensbereich Energy and Building Technology erwirtschaftete einen Umsatz von 5,4 Milliarden Euro. Das ist eine Zunahme von 3,1 Prozent, wechselkursbereinigt von 4,8 Prozent. Gefragt waren 2017 sowohl vernetzte Lösungen für Wärme und Klima als auch smarte Technik für Sicherheit und Gebäudeautomatisierung. Weiterhin stark wächst unser Geschäft mit Dienstleistungen.Die Geschäftsentwicklung in den Regionen Meine Damen und Herren, damit komme ich zur regionalen Umsatzentwicklung. Insgesamt haben, bis auf Nordamerika, alle Regionen 2017 zugelegt. In Europa entwickelte sich das Geschäft für Bosch erfreulich. Der Umsatz stieg um 5,5 Prozent auf 40,7 Milliarden Euro, wechselkursbereinigt um 6,3 Prozent. Grund war unter anderem das kontinuierliche Wachstum in West- und Mitteleuropa. In Nordamerika lag der Umsatz wechselkursbereinigt auf Vorjahresniveau. Der Umsatz erreichte 12,1 Milliarden Euro, nominal ein Minus von 2,3 Prozent. Insbesondere die Entwicklung in der Autoindustrie blieb hinter den Erwartungen zurück. In Südamerika setzte sich die Erholung mit einem zweistelligen Umsatzzuwachs fort. Mit einem Umsatzplus von 15 Prozent stiegen die Erlöse auf 1,6 Milliarden Euro. Wechselkursbereinigt war das ein Zuwachs von zwölf Prozent. Für Bosch relevante Märkte wie Agrar-, Automobil- und Pharmaindustrie erholen sich weiter und entwickeln sich positiv. In Asien-Pazifik erzielte die Bosch-Gruppe 23,6 Milliarden Euro Umsatz. Im Vergleich zum Vorjahr ist das ein deutliches Plus von 14 Prozent, wechselkursbereinigt um 17 Prozent. Das Wachstum wurde besonders von der positiven Geschäftsentwicklung in China und Indien getragen.Die Ergebnisentwicklung 2017 Meine Damen und Herren, überproportional zum erfreulichen Umsatzverlauf konnten wir das operative EBIT steigern. Nach vorläufigen Zahlen erzielte die Bosch-Gruppe 2017 ein operatives EBIT (Ergebnis vor Finanzergebnis und Steuern) in Höhe von 5,3 Milliarden Euro – auch das ein historischer Höchstwert. Die operative EBIT-Rendite beträgt 6,8 Prozent. Damit übertreffen operative EBIT-Rendite und operatives EBIT die Vorjahreswerte von 5,8 Prozent beziehungsweise 4,3 Milliarden Euro deutlich. Die Verbesserung der operativen EBIT-Rendite um einen Prozentpunkt geht zu einem größeren Teil auf den erfreulichen Geschäftsverlauf und zu einem geringeren Anteil auf eine Methodenänderung beim Ausweis des Zinsaufwands bei Pensionsrückstellungen zurück. Vergleichbar gerechnet ergibt sich eine Ergebnisverbesserung um rund 0,6 Prozentpunkte.Die Mitarbeiterentwicklung 2017 Die Belegschaft der Bosch-Gruppe nahm zum Stichtag 31.12.2017 um etwa 11 200 auf weltweit rund 400 500 Mitarbeiter zu. Insbesondere in Asien-Pazifik sowie Mittel- und Osteuropa haben wir Mitarbeiter aufgebaut. In Deutschland stieg die Mitarbeiterzahl um 3 800 Mitarbeiter. Wie bewerten wir die Geschäftsentwicklung der Bosch-Gruppe im vergangenen Jahr? Der Umsatzzuwachs übertraf unsere Prognosen – sowohl nominal als auch wechselkursbereinigt. Bosch bleibt auf Wachstumskurs. Die Entwicklung war regional und sektoral unterschiedlich. Alle Unternehmensbereiche konnten jedoch deutlich zulegen und zum Wachstum beitragen. Gerade in Zeiten des dynamischen Wandels in Technik und Märkten investiert Bosch unverändert in die Zukunft. 7,5 Milliarden Euro betrugen die Aufwendungen für Forschung und Entwicklung im vergangenen Jahr. Die Geschäftsentwicklung 2017 zeigt, dass die Innovationskraft der Bosch-Gruppe weiterhin hoch ist. Wir forcieren das Kerngeschäft sehr erfolgreich und richten das Unternehmen gleichzeitig auf Vernetzung und das Internet der Dinge aus.Geschäftsjahr 2018: Volatile geopolitische Lage Bevor ich über unsere wirtschaftlichen Ziele für das neue Jahr spreche, blicken wir zunächst auf die Rahmenbedingungen für 2018. Trotz der positiven konjunkturellen Entwicklung der Weltwirtschaft in den vergangenen Monaten ist unser Ausblick für 2018 verhalten. Warum? Wir gehen im Vergleich zu 2017 von einem geringeren globalen Wachstum aus. Zwar erwarten wir ein Wachstum der Weltwirtschaft von immerhin gut 2,5 Prozent, sehen aber einige geopolitische Risikofaktoren wie die Brexit-Verhandlungen, die Lage in der Türkei sowie die Spannungen in der arabischen Welt. Letztlich trüben auch die nur bedingt abschätzbare US-Außenpolitik sowie der Nordkorea-Konflikt die Perspektiven. In Europa erwarten wir eine Fortsetzung der Erholung nach den Krisenjahren und damit für 2018 eine passable Wirtschaftsentwicklung. Für Nordamerika erwarten wir vor dem Hintergrund des starken Wachstums Ende 2017 sowie der Steuersatzsenkungen eine positivere Wirtschaftsentwicklung als noch vor wenigen Monaten. Allerdings rechnen wir im Jahresverlauf auch mit einer zyklischen Abschwächung. Südamerika wird sich trotz struktureller Schwächen weiter von der Krise erholen und ein positives Wachstum zeigen. In der Region Asien-Pazifik wird die Abschwächung des Wachstums in China Spuren hinterlassen. Wir gehen davon aus, dass die chinesische Regierung eine Korrektur der Überkapazitäten und Überschuldung aktiv unterstützen wird, was vorübergehend zu gedämpftem Wirtschaftswachstum führen wird. Wenn wir uns die unterschiedlichen Branchen ansehen, zeichnet sich ebenfalls ein differenziertes Bild: Das Wachstum der weltweiten Fahrzeugproduktion wird sich 2018 unter Vorjahresniveau bewegen. In unseren Kernmärkten wie China und Europa rechnen wir mit einem abgeschwächten Wachstum. Für die Maschinenbaubranche erwarten wir eine moderate, aber vorerst robuste Aufwärtsbewegung. Für die Private Nachfrage rechnen wir nicht zuletzt aufgrund anhaltend niedriger Zinsen und geringer Inflation mit einer günstigeren Entwicklung, die der breiten wirtschaftlichen Aufwärtsentwicklung folgt. Besonders in den entwickelten Ländern sehen wir im Jahresverlauf einen leichten Anstieg. Welche wirtschaftlichen Ziele verfolgt die Bosch-Gruppe vor diesem geopolitischen Hintergrund im Jahr 2018? Wir wollen Umsatz und Ertrag weiter steigern. Auch 2018 gilt es, konsequent an der Wettbewerbsfähigkeit aller Bereiche zu arbeiten. Wir werden weiterhin hohe Summen in die Zukunft des Unternehmens investieren, insbesondere im Bereich der Mobilität. Wie wir dazu unsere Kompetenzen bündeln, strategische Fortschritte nutzen und in gezielten Schritten den Wandel zum geschäftlichen Vorteil voranbringen, erläutert Ihnen jetzt Herr Denner.Digitaler Wandel: Geschäftsalltag bei Bosch Herr Asenkerschbaumer, vielen Dank. Meine Damen und Herren, ich beginne meine weiteren Ausführungen mit einer Frage. Hat der digitale Wandel schon stattgefunden oder kommt er noch? Aus meiner Sicht müssen wir uns bewusst sein: Wir stehen erst am Anfang. Ihren disruptiven Charakter wird die Vernetzung in vielen Branchen und Märkten erst noch zeigen und dort zu radikalen Umbrüchen führen. Bosch hat diese Entwicklung früh erkannt. Bereits 2008 – vor zehn Jahren also – haben wir mit dem Kauf der heutigen Bosch Software Innovations die erste Akquisition für das heutige Internet der Dinge getätigt. Auch dass das Auto als ein Teil des Internets verstanden werden muss, haben wir bereits 2011 gesagt. Vielleicht weil Bosch einer der Vordenker in diesem Bereich war, ist das Unternehmen heute bereits mittendrin im digitalen Wandel. Wir können sagen, er ist bei uns im Geschäftsalltag angekommen. Dabei erkennen wir vor allem eins: Obwohl Bosch einen hervorragenden Start hatte, ist der Weg noch weit. Der digitale Wandel wird zur Konstanten in einem von Technik- und Marktveränderungen getriebenen Umfeld. Aber: Unsere auf das Internet der Dinge fokussierte Strategie geht auf. Dazu ein paar Fakten: 250 internationale IoT-Projekte hat die Bosch Software Innovations bereits designt, entwickelt und umgesetzt. An 170 eigenen IoT-Projekten arbeiten wir bei Bosch derzeit, in so unterschiedlichen Bereichen wie vernetzte Mobilität, vernetzte Gebäude, vernetzte Industrie und vernetzte Landwirtschaft. 38 Millionen internetfähige Produkte haben wir 2017 verkauft. 6,2 Millionen Sensoren, Geräte und Maschinen vernetzen sich heute über die Bosch IoT Suite mit Nutzern und Unternehmensanwendungen. Wir haben das Potenzial der Vernetzung früh erkannt. Seit fast zehn Jahren bereiten wir uns systematisch vor. Sukzessive haben wir beispielsweise unsere Software- und IT-Kompetenz ausgebaut. Mit mehr als 25 000 Software-Experten sind wir heute selbst ein Software-Unternehmen. Was uns von den Internetkonzernen aus Amerika und Asien unterscheidet: Während das Silicon Valley die digitale Welt vernetzt, vernetzt Bosch die reale Welt. Unser Ansatz im Internet der Dinge dient vor allem konkreten Verbesserungen in der realen Welt, im Alltag vieler Menschen.Breites Spektrum an IoT-Lösungen für elementare Herausforderungen Lassen Sie uns einen schlaglichtartigen Blick auf das Spektrum der IoT-Projekte werfen: Vernetzte Mobilität: In US-amerikanischen Metropolen sowie Städten in Europa wird das von Bosch entwickelte Community-based Parking dazu beitragen, den innerstädtischen Parksuchverkehr zu reduzieren. Vernetzte Stadt: Aus der 7 700 Kilometer entfernten nordchinesischen Stadt Tianjin wird Bosch eine intelligente Stadt machen. Die Initiative „Smart Tianjin“ soll die Wirtschaftlichkeit und die Lebensqualität der Hafenstadt erhöhen. Das Smart-City-Projekt mit der 15-Millionen-Einwohner Metropole gehört zu 14 Leitprojekten, die Bosch derzeit weltweit umsetzt. Für die intelligente Stadt bieten wir Lösungen für Energie, Gebäude, Mobilität, Sicherheit und die digitale Stadtverwaltung. Vernetztes Zuhause: Für die intelligente Küche beispielsweise bieten wir künftig neben vernetzten Hausgeräten auch digitale Services an. In unser Home-Connect-Ökosystem binden wir die bereits mehr als 15 Millionen Mal heruntergeladene App des Start-ups Kitchen Stories ein. Die in zwölf Sprachen verfügbare Koch-App umfasst mehr als 1 000 Rezepte und vermittelt die Zubereitung in Videos oder Fotos.Weniger Unfälle: Die Automatisierung des Verkehrs ist da Wir sehen eine Mobilität, die emissionsfrei, stressfrei und unfallfrei sein soll. Dazu wird es nicht länger ausreichen, einfach nur bessere Autos zu bauen. Wir müssen Mobilität neu denken. Wir werden dazu den Verkehr automatisieren, elektrifizieren und vernetzen. Im Frühjahr haben wir den KI Autocomputer vorgestellt. Er soll Autos künftig durch komplexe und neue Verkehrssituationen lenken. Bis zu 30 Billionen Rechenoperationen führt er pro Sekunde durch, dreimal so viel wie das menschliche Gehirn. Anfang der kommenden Dekade geht das Gehirn des selbstfahrenden Autos in Serie. Zum gleichen Zeitpunkt ermöglichen wir mit Daimler das vollautomatisierte und fahrerlose Fahren im urbanen Umfeld – fahrerloses Fahren wie es beispielweise bei Robotaxis oder anderen „shared vehicles“ zum Einsatz kommen wird. Bereits in den kommenden Monaten werden erste Testfahrzeuge auf den Straßen zu sehen sein. Ebenfalls mit Daimler haben wir in diesem Sommer das fahrerlose Parken im Parkhaus des Mercedes-Benz-Museums realisiert. Die weltweit erste infrastrukturgestützte Lösung für das Automated Valet Parking geht im Laufe des Jahres in den Live-Betrieb. In China kooperieren wir mit Baidu in einer strategischen Partnerschaft zur Vernetzung des Verkehrs. Meine Damen und Herren, die genannten Projekte zeigen exemplarisch, wie Bosch die Automatisierung des Verkehrs vorantreibt: In Projekten mit Partnern, die unterschiedlicher nicht sein könnten – Unternehmen aus der Computerbranche, Fahrzeugherstellern sowie IT- und Internetkonzernen.Weniger Stress: Das Zweirad wird vernetzt Für die wachsenden Anwendungen von Halbleitern in der Mobilität und im IoT bauen wir in Dresden ein neues Halbleiterwerk. Ab 2021 werden bis zu 700 Mitarbeiter in der mehr als eine Milliarde Euro teuren Anlage Halbleiter auf Basis der 300-Millimeter-Technologie produzieren. Halbleiter sind die Kernkomponente aller elektronischen Systeme, auch vernetzter eBikes. Bosch hat die Fahrradbranche elektrifiziert und dem eBike mit zum Durchbruch verholfen. Bisher ist die Branche allerdings weitgehend analog unterwegs: Jetzt wollen wir sie weiter digitalisieren. In Ergänzung zu unserem Bordcomputer Nyon haben wir 2017 das Connected-Biking-Start-up COBI.Bike erworben. Dessen Produkte und Technologieplattform ermöglichen Fahrradfahrern die Nutzung des Smartphones als Steuerungs-, Infotainment- und Displayeinheit. Das von Bosch neu entwickelte ABS für Fahrräder konnten Sie bereits selbst testen. Es wird das Fahrradfahren deutlich sicherer machen. Jederzeit etwa mit einer App einen Elektro-Roller lokalisieren, reservieren und sofort losfahren – das können unsere COUP-Kunden in Berlin seit dem Start des eScooter-Verleihs 2016. In Paris können Nutzer seit letztem Sommer den Arc de Triomphe mit einem von 600 COUP-Rollern ansteuern. Ab diesem Sommer können die Elektroroller auch in Madrid gemietet werden. In Summe sind dann rund 3 500 COUP-Roller lokal emissionsfrei unterwegs. Innerhalb von nur wenigen Monaten ist COUP zu einem der führenden eScooter-Sharingdienste geworden.Das realistische Ziel: Der emissionsarme und CO 2 -neutrale Verbrenner Damit ist eines der drängendsten Probleme des Straßenverkehrs in Städten angesprochen: Wie können Menschen mobil sein, Waren bewegt werden – und dabei die Luftqualität dennoch gut sein? Für den Verkehr arbeiten wir an Antworten. Wir sehen mit Blick auf technische Potenziale und ökologische Erfordernisse noch lange einen Mix aus Verbrennern und Elektroautos. Was den Diesel betrifft, so erreichen wir mit Testfahrzeugen schon heute die Grenzwerte von 2020. Mehr noch: Wir arbeiten bereits an Systemen, die sogar deutlich unter diesen Grenzwerten liegen. Auch beim Benziner wollen wir einen Beitrag zum verbesserten Umweltschutz leisten, dabei gilt unsere Aufmerksamkeit den Partikeln. In Europa nehmen wir daher seit Mitte vergangenen Jahres keinen Auftrag mehr an, bei dem das Motorkonzept keinen Partikelfilter vorsieht. In diesem Vorgehen sehen wir für Bosch künftig einen alternativen Weg: Wir wollen uns nicht länger mit vom Gesetzgeber vorgegebenen Grenzwerten zufriedengeben. Das Ziel haben wir für unsere Entwickler eindeutig formuliert: Ein Verbrenner soll im Wesentlichen nur noch das ausatmen, was er eingeatmet hat. Die Emissionen sollen sich mit Ausnahme von CO 2 nicht mehr signifikant von der Umgebungsluft unterscheiden. Betrieben mit „eFuels“ sind solche Verbrenner sogar CO 2 -neutral.Weniger Emissionen: Markt- und Technikerfolge in der Elektromobilität Zugleich geben wir bei der Elektromobilität Vollgas. Vergangenes Jahr konnten wir zahlreiche Aufträge akquirieren, teilweise in Milliardenhöhe. Das Kundenspektrum reicht von klassischen Automobilherstellern bis zu den neuen Playern, vor allem in Europa als auch in Asien. Unser Vorteil: Unsere Kunden profitieren von serienerprobten Komponenten und unserer Kompetenz in der Systemintegration. Ende dieses Jahres startet die Serienproduktion einer neuen 48-Volt-Batterie für Hybridfahrzeuge. Rund 15 Millionen Neufahrzeuge sollen 2025 laut Marktprognosen mit 48-Volt-Systemen teilelektrifiziert sein. Kombiniert mit Motor, Steuergerät, Ladegerät und Display sowie App ist das 48-Volt-System ein vollständiges Antriebssystem für kleine und leichte Fahrzeuge – ein Segment, das vor allem in Asien stark wächst. Bis 2020 werden weltweit rund 100 Millionen leichte Elektrofahrzeuge produziert, insbesondere für das urbane Umfeld. Mit unserem standardisierten Komplettsystem können etablierte Hersteller und Start-ups auf lange und teure Eigenentwicklungen verzichten: Elektromobilität wird massentauglich. Gleiches gilt für den elektrischen Achsantrieb, die eAchse. Das All-in-one-Prinzip integriert Motor, Leistungselektronik und Getriebe in einem Antrieb. Das Geschäftspotenzial für die eAchse ist enorm. Ab 2019 kann sie in Hybride und Elektroautos, kleine Pkw, SUV und sogar leichte Nutzfahrzeuge eingebaut werden. Die weltweit erste eAchse für schwere Nutzfahrzeuge realisieren wir mit dem amerikanischen Start-up Nicola Motor Company. Das Unternehmen zeigt sich auch beim Antrieb sehr fortschrittlich: Die Trucks Nikola One und Nikola Two werden ab 2021 mit Wasserstoff angetrieben. Die Brennstoffzelle in einem Heavy Truck – auch das ist eine Weltpremiere. Das Potenzial der Brennstoffzelle gerade im Nutzfahrzeugbereich hat auch die chinesische Regierung erkannt und im aktuellen Fünf-Jahresplan eine ehrgeizige Strategie formuliert. Bis 2025 soll die Infrastruktur zur Verfügung stehen und die Marktdurchdringung von Wasserstoff-Fahrzeugen beginnen. Gemeinsam mit dem größten Nutzfahrzeug-Motorenhersteller Weichai wird Bosch im derzeit relevantesten Elektromobilitätsmarkt der Welt Brennstoffzellenantriebe für Nutzfahrzeuge auf den Markt bringen. Der Dynamik im Bereich des Antriebs tragen wir auch organisatorisch Rechnung. Zu Jahresbeginn hat der neue Geschäftsbereich Powertrain Solutions seine Arbeit aufgenommen. Alle Kompetenzen für den Antriebsstrang sind dort unter einem Dach gebündelt – Diesel, Benzin und Elektromobilität. Rund 88 000 Menschen an mehr als 60 Standorten in 25 Ländern arbeiten gemeinsam am Antrieb der Zukunft. Sie sehen, ob Sprit oder Strom, Bosch bringt Energie in den Antrieb. In der Elektromobilität ist kein Automobilzulieferer so breit aufgestellt wie Bosch – vom Fahrrad bis zum Lkw, wir elektrifizieren alles. Sie wissen, dass wir derzeit den Einstieg in die Fertigung von Batteriezellen prüfen. Im Jahr 2030 werden weltweit etwa 1 000 Gigawattstunden Batteriekapazität benötigt. Um einen Marktanteil von 20 Prozent und damit eine führende Position zu erreichen, wäre eine Investition von etwa 20 Milliarden Euro für eine Fertigungskapazität von 200 Gigawattstunden erforderlich. Die Entscheidung muss aus unternehmerischer Sicht wohlüberlegt sein. Sie birgt Chancen, aber auch viele Risiken. Denn eine Zellfertigung ist nicht nur eine Frage der Technik. Sie ist vor allem eine wirtschaftliche Unternehmung, die sich rechnen muss. Viele Fragen und Entwicklungen zur Technik und vor allem zum Markt sind wegen des langen Planungshorizonts nur schwer beziehungsweise mit hoher Unsicherheit prognostizierbar. Auf dem Zellmarkt – heute im Wesentlichen unter fünf asiatischen Herstellern aufgeteilt – wird auch mit künftigen Zelltechnologien ein harter Preiskampf ausgetragen. Etablierte Marktteilnehmer verfügen über starke Wettbewerbsvorteile. Da drei Viertel der Wertschöpfung auf Materialkosten entfallen – darunter auch Rohstoffe – bleibt nur ein geringer Anteil, in dem Wettbewerbsvorteile erarbeitet und ausgespielt werden können. Es geht bei der Entscheidung über eine Zellproduktion auch um die Frage, wie ausschlaggebend diese für den unternehmerischen Erfolg in der Elektromobilität ist. Meine Ausführungen haben gezeigt, wie gut Bosch bereits im Geschäft mit der Elektromobilität aufgestellt ist. Wir gehen davon aus, dass wir unsere Entscheidung in einigen Wochen kommunizieren können.Die Stadt: smarter Lebensraum für sechs Milliarden Menschen Meine Damen und Herren, bereits in knapp 30 Jahren werden zwei Drittel der Weltbevölkerung, sechs Milliarden Menschen, in Städten leben. Urbane Gebiete in Afrika und Asien werden die 50-Millionen-Einwohner-Marke überschreiten. Bis 2050 wird sich der städtische Verkehr verdreifachen. Schon heute verursachen Städte 80 Prozent aller Treibhausgasemissionen und verbrauchen 75 Prozent der weltweiten Energie. Die Lebensqualität in Städten wird künftig in hohem Maße von intelligenten und vernetzten Lösungen abhängen. Bis 2020 wird der Smart-City-Markt jährlich um 19 Prozent auf 700 Milliarden Euro wachsen. Schon 2025 werden 80 Metropolen weltweit Smart Cities sein. Wir profitieren im Smart City-Geschäft von unserer breiten Aufstellung und unseren domänenübergreifenden Kompetenzen. Wesentlicher Faktor für die Lebensqualität in Städten ist die Luftqualität. Dazu hat Bosch gemeinsam mit Intel das mobile Luftlabor „Climo“ entwickelt. Mit einer Box, nicht größer als eine Schuhschachtel, können zwölf für die Luftqualität relevante Parameter gemessen werden. In Echtzeit lassen sich Informationen zur Konzentration von Kohlendioxid und sogar Pollen bereitstellen. Mit den Daten können beispielsweise Verkehrsflüsse gemanagt werden. Oder Einwohner können entscheiden, ob die Luft geeignet ist für Sport oder andere Aktivitäten. Das smarte Labor wurde jüngst auf der CES mit einem Innovations-Award ausgezeichnet.Smarte Lösungen für Industrie 4.0 Im Bereich der vernetzten Industrie startete Anfang Januar 2018 der neu gegründete Produktbereich Bosch Connected Industry. Darin bündeln wir die Industrie 4.0-Aktivitäten verschiedener Abteilungen und Einheiten, insbesondere das Software- und Service-Geschäft. Die mehr als 500 Mitarbeiter werden künftig unsere Erfahrungen in der Umsetzung von Projekten auch als Beratungsdienstleistung anbieten. Unsere Expertise in der Vernetzung ganzer Wertströme Dritten zu verkaufen – auch das ist smart. Bis 2020 wollen wir mit Industrie 4.0 mehr als eine Milliarde Euro zusätzlichen Umsatz erzielen. Dem weiteren Ausbau unserer Industrie 4.0-Aktivitäten dient auch unsere Beteiligung am Kartendienstleister HERE. Datenbasierte Echtzeit-Lokalisierung kann bei der Optimierung und Automatisierung von Waren- sowie Materialtransporten unterstützen und beispielsweise autonome Transporte innerhalb von Gebäuden ermöglichen. Welches Potenzial vernetzte und optimierte Logistikketten für die Wettbewerbsfähigkeit haben, auch das wissen wir selbst. Rund 15 Prozent unserer Logistikkosten, einen zweistelligen Millionenbetrag, sparen wir zwischenzeitlich ein – ein Erfolg, der vergangenes Jahr mit dem Deutschen Logistikpreis ausgezeichnet wurde.Ohne Kulturwandel kein digitaler Wandel Meine Damen und Herren, ich komme damit zum Ende meiner Ausführungen. Wir haben früh prognostiziert, dass das IoT alles verändern wird. Für viele gilt Bosch zwischenzeitlich als führend in dieser spannenden wie herausfordernden Entwicklung. Wir sind Vordenker, Gestalter und Partner in vielen Fragen der digitalen Transformation. Vernetzung ist allerdings kein rein technisches Thema. Wir haben längst verstanden, dass sie mit einer Kulturveränderung im Unternehmen einhergehen muss. Ohne Kulturwandel kein digitaler Wandel. Daher denken wir bei Bosch Führung und Zusammenarbeit neu – mit deutlichen Auswirkungen auf die Innovationskultur. Eine Kultur, in der sich alle Mitarbeiter permanent weiterbilden und lernen; eine Kultur, in der wir die Grenzen zwischen Bereichen und Funktionen auflösen; eine Kultur, in der das Fachwissen zählt und nicht Rang oder Hierarchie. Die Digitalstrategie von Bosch Power Tools beispielsweise wurde von mehr als 100 internetaffinen Mitarbeitern aus aller Welt entwickelt, die sich dafür freiwillig gemeldet haben – nicht vom Top-Management. Im gleichen Bereich haben sich vereinzelt bereits alte Organisationsstrukturen in crossfunktionale Teams verwandelt, die vor allem einen in den Mittelpunkt stellen – den Kunden, das heißt den Nutzer von Elektrowerkzeugen. Das ist nur eines von vielen Beispielen. Was tun wir noch? Hunderte von konzernüblichen Richtlinien – mehr als 70 Prozent – hat Bosch abgeschafft, der individuelle Bonus ist ausgemustert, bereichsübergreifende Zusammenarbeit wird gefördert und gefordert, agile Teams ergänzen die Linienorganisation, Start-ups treiben unkonventionell neue Ideen zum Erfolg und an zahlreichen Standorten entstehen neue Arbeits- und Bürowelten mit Campuscharakter – wie unser neuer IoT Campus in Berlin, den wir vor zehn Tagen eröffnet haben. Auch unsere Zentrale bauen wir zum Campus aus, dessen Architektur und Außengelände für Offenheit, Kreativität und Zusammenarbeit steht. Unser Unternehmenssitz auf der Schillerhöhe in Gerlingen wird damit selbst zum Symbol für den Kulturwandel. Wir treiben den Wandel mit einer Mannschaft voran, in deren DNA das Streben nach ständiger Verbesserung fest verankert ist. Denn Bosch steht seit dem Tag der Gründung für Kontinuität und Wandel zugleich. Klar ist: Das Wissen unserer Mitarbeiter ist das Rückgrat unseres Erfolges. Daher investieren wir in die Weiterbildung und Qualifizierung unserer Belegschaft. Mehr als eine Milliarde Euro waren es allein in den vergangenen fünf Jahren. Dazu gehören auch Angebote, die gezielt der Vernetzung und der Elektrifizierung Rechnung tragen, beispielsweise eine Qualifizierung zum Softwareexperten oder ein Boot Camp für Elektromobilität. Der Rück- und Ausblick macht deutlich: Unsere Belegschaft arbeitet quer durch alle Unternehmensbereiche an der Umsetzung unserer Strategie. Wir entwickeln bestehendes Geschäft weiter, erschließen neue Geschäftsfelder und bleiben technologisch führend. Meine Damen und Herren, vielen Dank für Ihre Aufmerksamkeit. Meine Kollegen und ich freuen uns jetzt auf das Gespräch mit Ihnen.

Automarkt boomt: Bosch eröffnet erste smarte Fabrik in Thailand

30.11.2017

Pressemeldung

Wirtschaft

Automarkt boomt: Bosch eröffnet erste smarte Fabrik in Thailand

Rayong, Thailand – Der Automarkt in Thailand brummt: 2016 wurden dort fast zwei Millionen Autos gefertigt – deutlich mehr als etwa in Italien oder England. Bosch reagiert auf die steigende Nachfrage und eröffnet nach eineinhalbjähriger Bauzeit ein neues Werk für Einspritztechnik in Hemaraj, 130 Kilometer östlich der thailändischen Hauptstadt Bangkok. Es ist die erste Smart Factory in Thailand und insgesamt das zweite Bosch-Werk für Mobilitätslösungen. „Lokalisierung steht bei Bosch ganz oben. Mit dem neuen Werk können wir auf die steigende Automobilproduktion in Thailand reagieren und internationale wie lokale Automobilkunden direkt im Land bedienen“, so Peter Tyroller, Geschäftsführer der Bosch-Gruppe mit Verantwortung für Asien-Pazifik, im Vorfeld der Eröffnung. In der neuen Fabrik setzt das Technologie- und Dienstleistungsunternehmen stark auf vernetzte Fertigung. Seit 2015 bis Ende 2017 wird Bosch insgesamt rund 80 Millionen Euro in die neue Smart Factory in Thailand investiert haben.Erstmals Industrie 4.0 sowie lokale Forschung und Entwicklung in Thailand Auf einer Fläche von 10 000 Quadratmetern rollen unter anderem Einspritzventile, Verbindungstechnik und Klopfsensoren vom Band. Mithilfe eines sogenannten „Active Cockpit“ analysieren Mitarbeiter in der Fertigung Daten aus der laufenden Produktion. Diese Industrie 4.0-Lösung vereint zahlreiche Informationen in Echtzeit und trägt dazu bei, die Wettbewerbsfähigkeit zu stärken. Der neue Standort in Hemaraj verfügt zudem über ein Zentrum für Forschung und Entwicklung (F&E). Dort arbeiten rund 60 Mitarbeiter an der Weiterentwicklung von Benzineinspritzsystemen. „Es ist unser erstes Forschungs- und Entwicklungszentrum im Land. Darauf sind wir besonders stolz“, so Tyroller. Mit 68-Millionen Einwohnern gilt das Land als Tor zum Wirtschaftsstandort Südostasien. Dies unterstreiche Thailands strategischen Stellenwert für die Bosch-Gruppe in Südostasien und weltweit. Bis 2020 sollen in Hemaraj insgesamt 800 neue Arbeitsplätze entstehen – 300 Mitarbeiter sind bereits im Einsatz. Die Gesamtbelegschaft von Bosch in Thailand besteht derzeit aus 1 350 Mitarbeitern. Ausbau der Fertigung in Vietnam Auch in Vietnam wird Bosch seine Fertigung im kommenden Jahr ausbauen. In Dong Nai, rund 40 km östlich der Stadt Ho Chi Minh City, stellt Bosch seit 2008 Schubgliederbänder für stufenlose Automatikgetriebe her. Diese kommen ohne feste Schaltpunkte aus und ermöglichen eine ruckfreie Fahrt. Die Nachfrage in asiatischen Städten steigt zunehmend: Ein solches Getriebe ist für den Stop&Go-Verkehr geeignet, durch die dichte Bauweise passt es zudem selbst in kleine Stadtfahrzeuge. „Wir investieren rund 60 Millionen Euro, um das Werk Dong Nai zur Smart Factory umzurüsten und die Kapazität zu erhöhen“, so Tyroller anlässlich der Feierlichkeiten zum zehnjährigen Bestehen der Bosch-Niederlassung in Vietnam. Die Gesamtinvestition in den vietnamesischen Produktionsstandort wird sich damit von 2011 bis Ende 2018 auf mehr als 320 Millionen Euro belaufen. In den vergangenen zehn Jahren ist Bosch in Vietnam bereits stark gewachsen: Seit 1994 in Vietnam präsent, eröffnete das Unternehmen Anfang 2008 seine erste Niederlassung in Ho Chi Minh City. Dort betreibt Bosch seit 2010 auch sein erstes Software-Entwicklungszentrum in Südostasien. Im Juli 2014 folgte ein weiteres Entwicklungszentrum für Automobiltechnik. Das Werk in Dong Nai fertigte im März dieses Jahres das 20-millionste Schubgliederband. Dort befindet sich außerdem ein Technisches Berufsausbildungszentrums (TGA) nach dem Modell der dualen Ausbildung. Bosch ist größter deutscher Investor im Bereich Technologie, Fertigung und F&E im Land. Das Unternehmen beschäftigt in Vietnam mehr als 3 100 Mitarbeiter, davon mehr als 40 Prozent Forscher und Entwickler. Thailand und Vietnam Wachstumstreiber für Südostasien „Südostasien prosperiert. Wir setzen weiterhin auf nachhaltiges Wachstum in der Region“, so Peter Tyroller. Um das Wachstum zu stützen, investiert Bosch im laufenden Jahr 120 Millionen Euro in Südostasien – 50 Prozent mehr als im Vorjahr. Für 2018 sind Investitionen auf ähnlichem Niveau geplant. Ein großer Teil davon fließt nach Thailand und Vietnam. Das Geschäft in den beiden Ländern entwickelt sich besonders gut. „Thailand und Vietnam sind maßgebliche Treiber der guten Entwicklung von Bosch in Südostasien“ (Umsatz 2016: Thailand 305 Millionen Euro; Vietnam 86 Millionen Euro; Südostasien 770 Millionen Euro). Bosch in Südostasien Bosch ist bereits seit 1919 in Südostasien aktiv und heute mit insgesamt rund 7 400 Mitarbeitern in zehn ASEAN-Mitgliedsstaaten vertreten: Singapur, Malaysia, Philippinen, Indonesien, Thailand, Vietnam, Brunei, Kambodscha, Laos und Myanmar. In den kommenden Jahren soll die Belegschaft weiter wachsen. Das Unternehmen fertigt seit über 20 Jahren in der Region und hat insgesamt acht Produktionsstätten. In Malaysia beispielsweise produziert Bosch Elektrowerkzeuge, Produkte für Car Multimedia und Lenksysteme. In Thailand stellt Bosch neben Benzineinspritzsystemen auch Maschinen für Verpackungstechnik her. Auch für das weltweite F&E-Netzwerk wird Südostasien für die Bosch-Gruppe immer wichtiger: In Singapur, Vietnam, Thailand und Malaysia setzt das Unternehmen bereits seit mehreren Jahren auf lokale Entwicklung.